Balvenie Single Barrel 12 yo meets Into the Wild

Boah... was für eine Scheibe... was für eine Stimme..
Wer Eddie Vedder meint, meint in den meisten Fällen Pearl Jam oder einen Gastauftritt bei einer andere Kapelle. Aber  nicht in diesem Fall.
Ein Soundtrack, ein Film, ein Musiker - eine Stimme.
Ein Fass, eine Brennerei, ein Whisky - ein Geschmack.
Es ist gut wie Eddie singt - richtig gut und das ganze mit viel Folk und Acoustic Rock.
Er malt Bilder von Weite und Freiheit, garniert mit einigen unruhigen Momenten...klingt nach Americana und Pearl Jam - ohne Blut in den Ohren. Eine Mischung aus Calexico, Ryan Adams und.. ja ein bisschen Pearl Jam, denn da ist diese Stimme.
Das alles passt gut zu einem feinem Dram im Glas - und es ist ja nicht so, dass man Balvenie lieben muss, aber der 12 Doublewood ist für viele ein netter Einstiegsdram - so damals auch für mich.
Der Single Barrrel ist ja quasi eine Steigerung - so munkelt man.

Ungefiltert, ohne Farbstoff, aus einem Faß, 47,8% alc und nicht zu teuer - das muss es sein.
Vorschußlorbeeren bekommt er auch, Vanille, Honig, etc... eigentlich klingt das sehr gut.
Aber mein Dram (Fass Nummer 4767, Flasche 104) ist nicht so recht der perfekte Partner zu Eddie und mir.
Holz, ja, Vanille, ja, Honig ... Heidehonig, wilde Blumenwiese... ja... und Alkohol.
Ich mag ja hochprozentiges, auch gerne mal Faßstärke, am liebsten Unverdünnt - aber hier sticht das etwas.
Gut, Atmen lassen, Scheibe Umdrehen... Anderer Tonabnehmer (nun ein Audio Technica AT 20Sla) um etwas mehr Auflösung herbeizuzaubern...
"Hard Sun" heißt der erste Track auf Seite zwei - genauso schmeckt der Balvenie auch.
Alles da, Vanille, Honig, Eiche, Birnenschalen, leichtes Karamell - aber es ist einfach zu Hard.. mit der Sun,äh dem Alkohol. Der trägt die Aromen nicht  - dann wäre es ein schöner Sonnenuntergang - sondern der haut einem ziemlich auf die Fresse.
Das wird zwar immer angenehmer, mit der Zeit und dem zweiten und dritten Schluck, ist aber auch eine Herausforderung. Ein Tropfen Wasser wirkt da Wunder um ein bisschen mehr Gefälligkeit herbeizuzaubern... Dann kommt das sanfte Mundgefühl und die Balvenietypische Weichheit.
Eddie Vedder kommt da noch etwas gefälliger daher, das ist einfach gut gemachter Rock zu einem gut gemachten Album.
 Ein tolles Boocklet mit wunderschönen Fotos und einfach eine gewaltige Stimme. Da kann man über manche Länge in den Songs hinwegsehen und sich über den langen Abgang des Balvenie freuen.
Aber diese Stimme muss man auch mögen, ebenso wie den Antritt des Balvenie - das kann auch schnell zu viel werden.
Was der Scheibe und dem Dram abgeht ? Die Tiefe und die Komplexität.
Gut gemacht? Ja, beide - aber nicht zwingend jedermans und jederfraus Sache.
Lohnenswert? Allemal...